Der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale, Jürgen Zimper, sagte, damit dürfte das Ende der Beratungsstelle in Saarbrücken wohl besiegelt sein. Er kritisierte die Vergabeentscheidung als nicht nachvollziehbar. Eine bewährte Struktur mir außergewöhnlich hohen Qualitätsstandards und hoher Reputation werde zerschlagen. Ihm sei rätselhaft, wie ein Privatunternehmen, das für Krankenkassen und Pharmafirmen arbeite, künftig eine unabhängige Beratung gewährleisten wolle.

VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn sieht nun die Landesregierung in der Verantwortung, im Saarland ein unabhängiges Beratungsangebot für Patienten sicherzustellen. Trotz der Entscheidung ihres Spitzenverbands in Berlin seien außerdem die Krankenkassen gut beraten, sich für den Erhalt der Patientenberatung in Saarbrücken zu engagieren – im Interesse der Versicherten, aber auch im eigenen Interesse. So sei es durch die kurzen Wege in der Vergangenheit immer wieder gelungen, in Problemfällen schnelle, für beide Seiten tragbare Lösungen herbeizuführen, wovon alle profitiert hätten.

Die UPD-Beratungsstelle Saarbrücker mit vier Beschäftigten wird vom Sozialverband VdK Saarland und von der Verbraucherzentrale des Saarlandes getragen. Sie war 2001 als Modellprojekt „Patientenberatung Saarland“ gestartet und diente als Vorbild beim Aufbau der bundesweiten UPD-Struktur. Jährlich werden in Saarbrücken ca. 3000 Patientenanfragen bearbeitet.